Mauth · Bayerischer Wald
Erst vor kurzer Zeit brachte Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier ein Buch mit dem Titel Irrwurz - Volkssagen aus dem Böhmerwald und dem Bayerischen Wald heraus.
Hier ein kurzer Auszug daraus:
Als Jungheger war der Tuma dabei, wie am Kubany ein Windriss aufgearbeitet wurde. Die nackerten Wurzeln der toten Bäume reckten sich wie drohende Schwerter gegen den Himmel, der Waldboden zeigte tiefe Löcher.
Da sah der Heger etwas Schwarzes glänzen, bückte sich, brach es los, drehte es nach allen Seiten: "Meiner Seel und Gott es ist pechschwarze Kohle! Sakra, sakra", dachte er bei sich und kratzte sich hinter dem Ohr, " Das nimmst dem Jager mit, aber die ander`n brauchen`s nicht zu wissen". Mit dem Fuß scharrte er das Loch wieder zu und brachte den Klumpen zum Förster.
Der untersuchte ihn auch, fand dasselbe und schickte es weiter zu seinem Herrn. Nach vier Wochen kam der Bescheid von oben: "Grube sofort zuscharren und strengstes Stillschweigen gegen jedermann!"
Befehl ist Befehl! Der schwarze Diamant schläft weiter in der Erde wie vor Millionen Jahren. Der Wald aber lebt und grünt und ist vom Untergang gerettet.
